#132 Stellvertreter-Kriege
Du sagst, du magst mich Ich dich auch Ich bau mir eine Welt In der wir lieben könnten Du baust dir deine Welt In der wir lieben könnten Und so verfehlen wir uns Wieder mal um Welten
Ich freu mich auf dich, sagst du Und ich, ich kann dich kaum erwarten Mein Raum ist aller Welt Wegen Umbau nun geschlossen Drin sitz ich, wartend, mit Geduld Auf dich, die nur in Freilufthallen tanzt Du tanzt und suchst, und findest mich Schon zu lange im Saft meiner Erwartungen schmorend
Du kamst nicht eher, werfe ich dir vor Bewirf dich mit Beweisen Du weichst mir aus, gehst auf Distanz Wer bin ich, dich zu richten? Ich sprech dir von Verlässlichkeit und meine doch: Ich habe Angst Nicht wichtig dir zu sein Ein Blatt im Wind Nicht wert dir Dran zu denken
Doch weil ich dies nicht sagen kann Bewehr ich mich mit Gründen Warum berechtigt meine Wut Berechtigt mein Empfinden Du sagst mir, sorry, tut mir Leid Und schaust mich überfordert an Ich wollt dich nicht verletzen Und schon ist es passiert
Dann geh ich, irgendwann, enttäuscht Verletzt, verschwiegen, aufgerieben Verlass den Raum der Möglichkeiten Zieh mich zurück in Einsamkeit Ich wollt, ich hätt dir folgen können In deine tiefsten Schluchten Blockiert durch meinen eignen Schmerz Hab ich Kontakt verloren
Und dann, aus unerwartet Quelle Kommt guter Rat: nun akzeptier Du bist verliebt, komm, sieh es ein Dein Gegner scheint nur sie zu sein Ist doch in Wahrheit alter Schmerz Der quält und schließt hier zu dein Herz Willst du nicht öffnen dich der Liebe Was kämpfst du Stellvertreter-Kriege?
Du sagst, du magst mich; Ich dich auch Ich hasse diese Wortwahl Die der Liebe größter Feind, die Angst Mit Gusto mir diktiert Dann projizier ich meine Wut darüber Auf die, die Liebe lässt mich fühlen Red‘ große Worte in Ermangelung von Taten Und schweig, wo Schweigen Narben hinterlässt
Ich liebe dich, jetzt hab ich mich getraut Kann sein, du wirst noch länger brauchen Hab meine Brücke dir gebaut Bei deinem Namen dich gerufen Sei mir willkommen, auf Besuch In neuen Freiluft-Hallen Tanz mir den Tanz der in dir tanzt Er hat mir so gefallen
Und wenn du dann bereit dich fühlst Dann öffnen wir die Dämme In uns, um uns, tränken unsere Welten Ach, wenn es doch gelänge! Die Dämme warn mal notwendig Wir konnten noch nicht schwimmen Haben wir uns nun genug geübt Der Angst zu entrinnen?
Lass uns hoffen, dass es reicht Komm, wir gehen schwimmen