#142 Was du nicht sagst
Du hast also diesen neuen Job angenommen Diese und jene neue Frau kennengelernt Und vielleicht legst du dir nun auch einen Hund zu Was du nicht sagst!
Den Kindern geht’s gut soweit Und dem Mann, jaja, auch dem Am Sparen seid ihr, für das neue Auto Auf das ihr euch schon recht freut Was du nicht sagst!
Und überhaupt! Geht es ja fulminant aufwärts mit euch Und den Auftritt mit der Band? Na der ist nächsten Samstag Was du nicht sagst!
Und wir plaudern darüber Tauschen uns aus, erzählen Über die Sonnenseiten des Lebens Die es wert sind geteilt zu werden Was du nicht sagst!
Was du nicht sagstDas würde mich mal interessieren Woher die Schatten unter deinen Augen stammen Und das leichte Zittern deiner Hände Von dem du gerade mit der nächsten Geschichte abzulenken suchst
Was du nicht sagst Würde es nicht von dem Streit erzählen Dem gestern, den schlimmen, der den Zweifel gesät hat Das kleinen Samenkorn des Misstrauens, irgendwo da unten in dir Von dem du fürchtest dass es auf fruchtbaren Boden treffen könnte Das du zu vernichten suchst mit dem Pestizid heiler Welten
Was du nicht sagst Würde Tränen erlauben Vielleicht sogar so etwas wie echten Kontakt Jene schwindende Erinnerung an eine andere Zeit In der wir alle noch nicht gelernt hatten Festungen zu bauen Dass der Feind überall sei Und ein Freund am Ende nur ein etwas besser gekleideter Feind
Was du nicht sagst Würde bauen Brücken statt Mauern Treiben Handel statt Krieg Würd bringen seltsame Blüten Nie beschrieben zuvor
Was du nicht sagst Würde locken Menschen der Ferne Die dich tragen hinfort Deine Mauern abtragen Und dir helfen vor Ort Ebenso kommen Neider Und Intriganten hinzu Wollen sehn ob nicht abfällt Auch für sie was dazu
Gegen jene musst rüsten dich Nicht mit Mauern, mit Schwert! Lern gut es zu führen Oder dein Schwert ist nichts wert Lern gut unterscheiden Den Intriganten vom Narr Den ersten sollst meiden du Den anderen sogar Zum Freund ihn dir machen Auf dass er dir offenbar‘ Aufzeige wem zu trauen sei Und wer folgt nur seinem Neid Dem einen helfe, wo du kannst Dem anderen, sag: Nein!
Was du nicht sagst Schafft Echo-Kammern Tief in dir, so ganz allein Hörst laut verstärkt dann du dein Jammern:Ist Tod nicht alles in jener Welt? Wo alles nur noch hofft: Vergehe! Wars doch ein kleines Missverständnis nur Fordert die Welt nicht vielmehr von dir: Wähle?
Wähle Worte, wohl bedacht Wähl wohl dir deine Kriege Wähl deine Freunde dir gut aus Und wem du schenkst in Liebe Sei furchtlos, wo dir Furcht im Weg Lass Zeit dir, wohl erwäge! Nimm Macht an, wo sie dir geschenkt Gib ab sie, wo im Wege
Vor allem doch, stimm an dein Lied Trag vor uns alle Strophen Nicht alle hören alle gern So kannst du Menschen prüfen Und hör auch ihre Lieder an Wo ahnst du Harmonien? Dann stimm‘ ins Lied der Freude ein Auf, Freund, nun, lass uns ziehn Zu bauen an jenem anderen Haus Der Wohnstatt, lichtdurchflutet Verteidigt wohl, doch offen auch Der Welten schönsten Blüten
Und kommen werden die, die suchen Um zu hören, was du sprichst Sie kommen, mit den ihren Strophen Zu dem Lied, das du anstimmst Verblassen werden die, die kamen Aufzuzwingen dir ihr Lied Nun da du erhebst die Stimme Glauben nicht mehr sie an Sieg Ziehen nach und nach von dannen Suchen leichter Opfer sich Und auch wenn die Gewohnheit trauert Am Ende hast befreit du dich Von dem Alten das dich drückte Das dir neidet‘ dein Gesang Sing dein Lied nur, im Vertrauen Dass damit du wohl getan
Und fragst du dich am Ende: Wann? So rat ich: Fang noch heute damit an! Was kümmerts dich, wenn manche neiden Wenn sie wollen, so soll’n sie leiden Steht nicht auch ihnen zu die Wahl: Woll’n sie wohl Freude, woll’n sie Qual? Ist nicht dein Auftrag, zu bekehren Jene die sich der Freude erwehren Zum Singen sind bestimmt die Stimmen Nun lasst daher ihr Lied erklingen Am Ende offenbart sich: Alles Harmonien Die vormals nur noch nicht Im rechten Licht erschienen