#110 Wenn Anfang bricht in deinen Raum
Farben segeln um uns nieder Das Leben gibt und nimmt rasch wieder Was gestern war, wird morgen sein Der Halt am Jetzt gebiert die Pein Erfreu dich an der Farben Pracht Das Ende naht, es naht mit Macht Ein Anfang bricht in deinen Raum
Weiße fällt, wirbelt uns nieder Wir sammeln uns, wir singen Lieder Dunkel wird‘s, die Flammen brechen Nun möge sich der Sommer rächen Beizeiten sind wir hoch geflogen In alle Winde wir zerstoben Sieh!, nun schwindet letzter Halt
Neckisch Kitzeln, sanftes Regen Es streckt sich, weitet sich das Leben Unter Decken, unterm Grund Wächst die Sehnsucht nach dem Und Nach dem Mehr hinter den Zeilen Forsch und ungezwungen eilen Federn über leeres Blatt
Nun komm‘n wir an, nach alter Weise Der Sonne Wärme trägt uns leise Ins Schattenspiel, naiv wir sind Glaub‘n, wir wär‘n für immer Kind! Und die Schatten würd’n schwinden Wenn wir nur die Augen binden Wenn wir warten nur auf Morgen Wird Kummer fern sein, fort die Sorgen Ein‘ Sommer lang! Soll es nur halten So viel Müh, nun lass verwalten Halten, greifen sie, bewahren Und wenn es auch nur Schatten waren
Rhythmen ziehen ihre Kreise Bald schon wird es wieder leise Freude, Schmerz, vergeblich Ringen Entfernt noch in Erinn’rung klingen Vom Streben bleibt nur Schall und Rauch Lass ziehen, Kind, lass ziehen! Den Schmerz, den jedes Ende braucht Wenn Anfang bricht in deinen Raum